BAF meets DOK.fest Bayerische Akademie für Fernsehen

Film meets Print – Ein Thema. Ein Artikel. Ein Film

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Es gibt eine Initiative die Journalisten auf Film und Fernsehen zusammenbringt: „Film meets Print“ an der HFF. Im Rahmen des DOK.Fests gibt es ein gemeinsames Projekt der Hochschule für Film und Fernsehen und der Deutschen Journalistenschule. Jeweils zwei Studenten bekommen ein Thema und schreiben dann jeweils einen Artikel und drehen einen Film. Wie weit die Umsetzung dabei auseinander gehen kann, zeigt sich am zweiten Filmbeispiel des Tages. Das Thema lautete: „Regretting Parenthood“. Der Artikel von DJS-Studentin Julia Viegener lautet „Mitgefangen“ und handelt von einer Mutter deren Sohn straffällig und daraufhin zu lebenslanger Haft verurteilt wurde und wie sie sich damit auseinandersetzt. Bereut sie es, seine Mutter zu sein? Ganz anders geht damit Liza Snagovskaia um. Die Studentin der HFF widmet sich diesem Thema mit einer Auseinandersetzung mit sich selbst. Vorstellungen von Familien. Traditionellen Vorstellungen vs. modernen Karrierevorstellungen. In der Reihe vor uns sitzt eine junge Mutter, die ihren schlafenden Sohn im Arm hält, während sie sich den Artikel anhört und den Film ansieht. Ob sie sich wohl in diesem Moment selbst hinterfragt oder am Ende des Films Rücksprache mit Julia und Liza hält?

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Nach einer Diskussionsrunde – es sind überwiegend andere Studenten anwesend, wenige Gäste von außerhalb – geht es weiter mit dem nächsten Thema. „Drum n Bass“. Sophie Krause stellt sich auf die Zehenspitzen an das Rednerpult und beginnt ihren Artikel vorzutragen. Alle hängen an den Lippen der zierlichen DJS-Studentin. Sie beschreibt, wie sie eine Nacht mit Drum and Bass in Berlin verbracht hat, die Art wie sie schreibt, ist fesselnd und jeder spürt am Ende die kalte Morgenluft in Berlin und den Reißverschluss des Anoraks vor dem Gesicht. Es folgt der Film zum gleichen Thema von Moritz Müller-Preißer. Sein Film „on and off“ erzählt von zwei jungen Menschen aus München, die sich in der Musik verlieren in der Nacht und am Tag in sozialen Berufen tätig sind. Das Publikum ist begeistert, denn der Film fasziniert nicht nur durch Story, sondern auch durch die Montage der Bilder. Film und Artikel ähneln sich sehr. Wir haben mit beiden Autoren gesprochen, wie ihnen die anderen Projekte denn nun gefielen.

Nach einer kurzen Pause geht es mit zwei weiteren Projekten weiter und gerade beim letzten Thema des Tages bekommt wohl der ein oder andere im Publikum schwitzige Hände. Die Studentinnen Nadine Cibu hat ihrem Artikel den nicht geraden subtilen Titel „Sex nach Plan“ gegeben. Linda Klinkhammer (HFF) war da schon etwas zurückhaltender mit „Ommm“. Das Thema ist dasselbe: Orgasmus Coach. Die Umsetzungen des Themas ähneln sich sehr, obgleich sich die zwei Studentinnen noch nie begegnet sind, noch sich abgesprochen haben. Noch nach Ende der Veranstaltung unterhalten sie sich angeregt, wie spannend es war, dieses doch sehr anzügliche Thema ästhetisch umzusetzen.

Doch eine Frage bleibt noch offen an diesem Tag, an dem Print auf Film trifft. Junge Menschen, die in die Medien wollen, obgleich die Zukunft der Medien so ungewiss ist. Wie sieht es denn aus in der Zukunft? Stirbt unser Berufszweig aus?

Mit Zuversicht in die Zukunft.
Film meets Print ein interessantes Projekt, dass Journalisten der Zukunft zusammenbringt und zeigt was wir vielleicht auch voneinander lernen können

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