BAF meets DOK.fest Bayerische Akademie für Fernsehen

„Fuck White Tears“ – Close up Süd-Afrika

vanessababs

 

 

Süd-Afrika ist ein durch Apartheid gebrandmarktes Land und der Schein der Regenbogennation trügt.
Demonstrationen gehören zum Alltag und die Kluft zwischen Schwarz und Weiß scheint doch größer als gedacht.
Obwohl man meint, dass unsere Generation über die Rassentrennung hinweg ist, spielen sich an der UCT ( University of Cape Town) andere Szenarien ab – wie die “ Eyewitness News “ am 16.02.2016 dokumentiert:

https://twitter.com/Tumicooper/status/687913279642058752

Am schwarzen Brett hängt er noch, der Aufruf zur Großdemonstration.

https://www.instagram.com/p/9JBR_7MNrM/?taken-by=uctstudentlife

#feesmustfall steht darauf in großen Buchstaben: Studiengebühren müssen fallen. Es ist der Schlachtruf der Studentenbewegung.
Doch was einst eine 50%-Weiße-50%-Schwarze-Demonstration war, ist nun zu einer „only Blacks“-Demonstration geworden.
Es ist kein Hass, was die schwarze Bevölkerung den Weißen gegenüber bringt, sondern lediglich das Unverständnis, warum sie trotz Ende der Apartheid, immer noch unterdrückt werden. Nicht direkt, aber indirekt, da die schwarze Bevölkerung immer noch weniger Mittel zur Verfügung hat:

Der Ärger entsteht dadurch, dass es zu einer Art „Kumbaya-Demonastration“(Friedensdemonstration) wird, sobald Weiße solidarisch mithelfen wollen. Doch genau das ist nicht gewollt, da sich für die schwarze Bevölkerung durch Friedensdemonstrationen nichts ändert. Einfach gesagt: „Weiße Hilfe ist nicht gewollt.“

Schüler/innen an ehemals rein weißen Schulen und Universitäten fühlen sich fremd und ausgegrenzt. Für die Lebenswirklichkeit und die Geschichte dunkelhäutiger Südafrikaner ist dort bis heute kein Platz.
Ein Kritikpunkt, der auch bei den jüngsten Studentenprotesten am Kap eine zentrale Rolle spielt.
Die schwarze Bevölkerung möchte ihre Geschichte selbst erzählen, sie wollen aus eigener Kraft zeigen, dass sie es schaffen. Sie fühlen sich ausgebeutet und erniedrigt, weil Weiße in ihr Zuhause kommen und Filme über ihr
Elend und ihre Situation drehen. Einige sind der Meinung, Nelson Mandelas Regenbogennation sei nicht mehr als ein Mythos. Angesichts des ausbeuterischen, kapitalistischen Wirtschaftssystems liege ihr Volk noch immer in Ketten,
sagt die Autorin der „Fuck White Tears“-Doku.

Ob diese Hürde durch einen Aufstand der Jugendproteste geändert werden kann oder auch nicht, wird sich zeigen. So bleibt am Ende ein recht hoffnungsloses Bild, der einst so gefeierten Regenbogennation und einer wütenden Jugend, die einfordert, was ihren Eltern 1994 versprochen wurde:

Freiheit und Gleichheit aller Rassen.

Ein weiterer Film der Reihe beleuchtet die Zip Zap Circus School – hier geht’s zum Artikel

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