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Über den Wert der Musik: Dokumentarfilmmusikpreis

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Musik ist in der Lage, durch Klänge Welten in unserem Kopf zu erschaffen und eine Vielfalt von Emotionen auszulösen. Im Film verstärkt sie die Aussage, schafft Erwartungen, sorgt für Überraschungen oder ist sogar dafür verantwortlich die gesamte Handlung zu verstehen.
Im Fall des Films „Dreams Rewired“ von Martin Reinhart, Thomas Tode und Manu Luksch verleiht sie dem Film einen roten Faden. Für die Musik zum Film wurde dem Komponisten Siegfried Friedrich der deutsche Dokumentarfilmmusikpreis 2016 verliehen.
Ein gutes Beispiel für die Kraft der Musik ist das Thema zum Film „der weiße Hai“ von John Williams.

Mitten in der Moderation während der Veranstaltung wurde die Musik im Kino hörbar. Einige Zuschauer lachten. Andere sahen sich um, das Schlimmste erwartend.
Die Frage: „Was kommt jetzt?“ lag im Kinosaal in der Luft. Die Antwort darauf hatte Barbara Soldner von der Versicherungskammer Kulturstiftung:
„Das Ohr ist schöpferischer als das Auge. Das Auge ist faul. Das Ohr dagegen erfindet, schreibt der Regisseur Rober Braissant. (…) vor dem weißen Hai fürchten wir uns lange bevor wir ihn zum ersten Mal sehen.
Die Musik von John Williams, die wir gerade gehört haben, verursacht Gänsehaut und latente Panik vor dem nächsten Badesee.“
Die richtige Filmmusik berührt Menschen auf emotionaler Ebene. Ein solches Meisterwerk ist dem Komponisten Siegfried Friedrich gelungen.
Über den Erhalt des Preises freute er sich ganz besonders, denn die Anerkennung von Filmmusik und deren Komponisten, bleibt oftmals aus.

Die Jury bestehend aus fünf Mitgliedern hat unter den unzähligen gesichteten und gehörten Filmen den Film „Dreams Rewired“ für den Preis ausgewählt. Annete Joseph von den Münchner Symphonikern durfte stellvertretend für die Jury die Begründung für die Wahl des Siegers verlesen.

Die Verleihung des Dokumentarfilmmusikpreises soll das Ansehen der Filmmusik steigern und dieser die gewünschte Wertschätzung entgegen bringen.
Deshalb wurde der Preis vor rund fünf Jahren von Dr. Rainer Fabich zusammen mit dem Komponistenverband und der deutschen Komponistenunion ins Leben gerufen.
Der Preis wird von der Versicherungskammer Kulturstiftung gestiftet und von dem Förder- und Hilfsfonds des Deutschen Komponistenverbands gefördert.
Die Anerkennung und angemessene Entlohnung für Musik und Künstler sind auch dem Sieger des Preises Siegfried Friedrich besonders wichtig.

Im Jahr 2002 wurde das Filmprojekt gestartet. Die lange Zeit brachte viele Schwierigkeiten mit sich, unter anderem die Einhaltung des Budgets. Die Kreativen haben sich von den Schwierigkeiten nicht beeindrucken lassen und haben trotz überschrittenen Budgets und geringer Entlohnung weiter an dem Projekt gearbeitet und viel Herzblut hineingesteckt. Ein Grund, warum sich Siegfried Friedrich umso mehr gefreut hat. Zusätzlich freute er sich, dass seine sehr lange und unglaublich tiefgründige Arbeit wahrgenommen wurde.

Unglaublich ist auch, was sich hinter seiner Musik alles verbirgt. Der Film erzählt die Geschichte, Möglichkeiten und Ängste, die die Medien mit sich bringen – und das über ein ganzes Jahrhundert hinweg. Aus diesem Grund wollte Siegfried Friedrich auch die musikalische Geschichte des 20. Jahrhunderts in seiner Komposition widerspiegeln.
Siegfried Friedrich sagt selbst:
„Und so gab es diese ganzen Parallelen. Es gab diese technischen Spinner, die Visionen hatten und es gab die musikalischen Spinner. Es ist unheimlich viel spannendes passiert in dieser Zeit.“

Sogar verschlüsselte Botschaften verbergen sich in seiner Musik. Diese Ebene der Musik, die über das rein musikalische hinaus geht, sei ihm besonders wichtig.
Reflexion, Intuition, Interpretation und sehr viel Kreativität. Ein kleiner Ausschnitt aus einem Interview mit dem Künstler, in dem er die verschlüsselten Botschaften seiner Musik preis gibt.

Bei solch großen Projekten ist auch ein gutes Team entscheidend. Mit Martin Reinhart und den anderen beiden Regisseuren, Thomas Tode und Manu Luksch, fand er genauso musikbegeisterte mit denen er seine Ideen teilen und diskutieren konnte. Das langwierige Projekt war oft anstrengend, doch es hat sich gelohnt und bereitete ihm sehr viel Freude.

Mit der Antwort auf die Frage, ob der Komponist mit dem Endprodukt zufrieden sei, spricht er wahrscheinlich vielen Künstlern aus der Seele.

„Das Schlimme ist, ich bin ja ziemlich perfektionistisch. Und, wie soll ich sagen, ich glaube, wenn man als Künstler mal wirklich zufrieden ist, dann wird man faul und dann hat man seine beste Zeit hinter sich gebracht.“

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